Ein kolossaler Auftritt — Jahreskonzert der Musikgesellschaft Kaiseraugst: Begeisternde Interpretationen

von Paul Roppel NFZ

Mit einer sympathischen Palette von 14 musikalisch begeisternden Interpretationen aus verschiedensten Musiksparten faszinierte die Musikgesellschaft Kaiseraugst das Publikum am Samstagabend im Jahreskonzert unter der starken Stabführung von Mischa Meyer.

«Jeder Auftritt ist für uns Werbung», sagte der 37-jährige Mischa Meyer zur NFZ, der seit anderthalb Jahren Dirigent bei der Musikgesellschaft Kaiseraugst ist und nun das zweite Jahreskonzert mit dem Verein bestritt. «Diese Werbung ist für uns wichtig, denn wir brauchen mehr Musikantinnen und Musikanten», betonte er. Der in Harmoniebesetzung aufspielende Verein zählt rund 30 Mitglieder, was an der untersten Grenze ist. «Es geht musikalisch spürbar vorwärts, aber meine Ziele sind höher angesetzt», fügte er an. «Unser Dirigent hat die Zügel straff in der Hand. Er ist zielstrebig, motiviert uns und wir lassen uns von ihm von neuer Musik inspirieren», verdeutlichte Präsidentin Brigitte Schmid Schüpbach das Verhältnis zum Dirigenten. «Wir haben Spass mit Mischa Meyer», unterstrich die Baritonspielerin.

Musik, die anspricht

Nicht nur den Vereinsmitgliedern machte die Musik Spass, auch das Publikum war von der breiten und abwechslungsreichen Klangwelt fasziniert. Unter dem Motto «Interpretationen» überraschte die Formation mit unterhaltsamen, ansprechenden, aber auch anspruchsvollen Melodien aus Klassik, Rock, Jazz und Filmwelt. Aber auch für ausreichende Unterhaltung war gesorgt. Käthi Hossli, Martina Grieder, Claudia Künzli und Nadia Budminger umrahmten die musikalischen Darbietungen mit allerlei humoristischem Schabernack als «CHAIpirinhas», im Dorf bestens bekannt von ihren fasnächtlichen Darbietungen. Schon mit dem ersten Titel setzte die Musikgesellschaft einen ausdrucksstarken, rassigen und voluminösen Auftakt, bei dem auch die acht Jungmusikanten ihr Debüt hatten. Dem rockigen Einstieg setzte die Formation einen beeindruckend melodiösen und lieblichen Kontrast mit Gioacchino Rossinis «La Corona d’Italia». Mit der herrlichen Komposition «Lord Tullamore» mit lyrischen irischen Klängen will das Korps am Musiktag in Sulz aufwarten. Den Reigen der rassigen, facettenreichen Melodien eröffnete die Filmmusik von «James Bond 007», welche das Publikum so richtig in Fahrt brachte.

Solistin brillierte mit Gesang

Einen Höhepunkt setzte die Trompeterin Donata Schmid, die sich als Gesangssolistin geradezu professionell mit kräftiger Stimme in modern, swingenden südamerikanischen Melodien einen gewaltigen Applaus erntete. Ein Verein darf sich glücklich schätzen auf derart begabte Mitglieder zählen zu können. Sie doppelte mit einem nicht minder faszinierenden Solo nach und brillierte anschliessend gleich noch mit der Komposition «Best of Bill Withers», die sie für den Verein arrangiert hatte. Eine Musik, die zum Verweilen einlädt. Mit dem folgenden «Deep Purple Medley» legte die Formation nochmals einen Zacken zu. Posaune und Bass-Saxophon imponierten mit jazzigen Soloeinlagen. Nun hatte die Musikgesellschaft das begeisterte Publikum ganz auf seiner Seite. Mit Udo Jürgens Ohrwurm «Ich war noch nie in New York» kam noch einmal gewaltig Stimmung auf. (pro)